Meine aktuellen Programme:   Am Anfang war ....das Prélude! und das Periódico ...

Alles Auf Anfang – Präludium, Prélude, Preludio

Am Anfang war....das Prélude! Schon in der Renaissance wurde es komponiert und erblühte in der Barockzeit in ihrer Funktion als Einstimmung auf eine Sammlung von einigen Tänzen, die zusammen eine Suite ergaben. Die freie Form des Préludes reizte die Komponisten, ließ sie doch viel Raum für Phantasie und neue Ideen. So mauserte sich das „Appetithäppchen“, der „opener“ zu eigenständigen Charakterstücken. Manch ein Komponist erstellte Sammlungen, nur aus Préludes, oft dann mit einem etüdenhaften Charakter.

Anika Hutschreuther stellt sie vor, die Préludes aus der barocken Zeit, der Klassik, der Romantik und der Moderne. Hierfür benötigt sie nur ihre Gitarren, denn Gitarrenmusik war zu jeder Zeit populär und so kann Hutschreuther auf ein großes Œuvre aus originalen Werken für die Gitarre zurückgreifen. Die Präludien Johann Sebastian Bachs wurden für die Laute komponiert. Desweiteren wird Musik von Emilia Giuliani, Heitor Villa-Lobos, Joaquín Rodrigo, John Duarte und Michael Tröster gespielt.

Periódico – Anika Hutschreuther

Wiederkehrend – so lautet die Übersetzung des Wortes „periódico“. Und tatsächlich geht es in dem Solo-Recital von Anika Hutschreuther in erster Linie um wiederkehrende Motive.

Der Fandango als spanischer Tanz des 18. Jahrhunderts besticht mit seiner einfachen Harmonik – zwei Akkorde reichen aus, einer in Dur, einer in Moll. Dazu noch ein Thema, das fortlaufend variiert wird. Heraus kommt ein faszinierendes, pulsierendes, emotional geladenes Musikstück. Der Fandango von Joaquín Rodrigo versprüht von Beginn an reine Energie, während Dionisio Aguado uns etwas auf die Folter spannt, den Bogen langsam anzieht, um endlich den Pfeil zielgerichtet abzuschießen.

Passacaglia und Chaconne sind zur gleichen Zeit in Italien und Frankreich entstanden. Die Chaconne war zunächst ein fröhlicher Tanz, die Passacaglia ist in sich ruhender. In späteren Kompositionen ist zwischen beiden Gattungen kaum mehr ein Unterschied auszumachen, vor allem, wenn sie wie in J. S. Bachs Chaconne aus der 2. Partita in Moll komponiert wird. Gemeinsam ist auch hier die einfache wiederkehrende Harmonik und ein variiertes Thema. J. S. Bachs Komposition entstand kurz nach dem Tod seiner ersten Frau Maria Barbara und steckt voll versteckter Zahlenkombinationen und Zitaten aus Chorälen, mit denen er einen musikalischen Grabstein für sie errichtet hat. In Joaquín Rodrigos Passacaglia kommen zur einfachen harmonischen Struktur moderne kompositorische Mittel zum Einsatz. Welche Freude macht es, die sich reibenden Töne wahrzunehmen, die nicht zwingend einer Auflösung bedürfen!

Fernando Sor zeigt uns, wie er das Periodische im Zeitalter der Klassik umgesetzt hat. Sehr modern war es zu dieser Zeit, ein Thema einer Komposition von Kollegen zu verwenden und dies immer weiter zu variieren, in Moll zu setzen, aus einem geraden Takt einen Walzertakt zu machen, ruhige Viertelnoten in flimmernde Sechzehntel zu verwandeln.

Carlo Domeniconi ist hier mit seinem bekanntesten Stück für Gitarre solo vertreten: Koyunbaba beschreibt in vier Sätzen die Weite der Steppenlandschaft im Osten der Türkei, in der der Mönch Koyun Baba einst gelebt hat. Mystisches ist hier zu hören, fast wie eine Trance, die Themen ein weiteres Mal wiederkehrend, in einem schnellen atemlosen Presto gipfelnd.

In „El Decameron negro“ hat der Anthropologe Leo Frobenius afrikanische Legenden gesammelt. Leo Brouwer erzählt Auszüge daraus musikalisch. Kubanische Rhythmen, Echoeffekte, sanfte Melodien- hier wird mit Musik gemalt, erzählt und nachempfunden.

Carlo Domeniconi und Leo Brouwer, selbst Gitarristen, kennen ihr Instrument gut. Sie wissen, welche Effekte gut zu erzeugen sind, welche Töne in welchen Lagen zueinander passen. Wer ihre Musik im Konzertsaal hört, spürt, wie der Gitarrist frei von Bemühung selbst die Musik genießen kann und in ihr die Geschichten der Kompositionen nacherzählen kann.

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